* Martin Bachofner, CEO der Stiftung Kinderdorf-Pestalozzi, sprach am CEO-Talk von «Business Class Ost» über aktuelle Management-Probleme und wie er sie zu lösen versucht. * Er stellte sich den kritischen Fragen aus dem exklusiven Kreis der Teilnehmenden und gab ehrliche Antworten. * Der nächste CEO-Talk findet im Herbst statt. Weitere Informationen folgen.


Alteingesessene Institutionen wie die vor rund 80 Jahren gegründete Stiftung Kinderdorf Pestalozzi haben grosse Vorteile, aber auch ein paar Nachteile. So ist beispielsweise in vielen Köpfen noch die Vorstellung verankert, es handle sich bei dem Dorf in Trogen immer noch ausschliesslich um eine Art Waisenheim für jugendliche Flüchtlinge. Dabei verfolgt die moderne Stiftung heute viele weitere Ziele: Da Kriege und Armut meist mit fehlender Bildung zusammenhängen, leiten die Mitarbeitenden in 13 Ländern Bildungsprojekte. Darüber hinaus bietet der Campus nicht nur den Blick auf den Bodensee, sondern auch ein professionelles Seminarangebot für Firmen, Kulturveranstaltungen, ein Museum mit Bistro sowie verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten in elf original Appenzeller Häusern für Gruppen und einem Hotelhaus für Individual- oder Seminargäste.

Umgang mit verschiedenen Kulturen in der Belegschaft
Eine der Herausforderungen sind die unterschiedlichen Mentalitäten der international zusammengesetzten Belegschaft, einige von ihnen schon langjährige Mitarbeitende. Für Bachofner ist der gegenseitige Respekt eine wesentliche Führungsverantwortung. Auch die Mitsprache ist in dem komplexen Umfeld mit vielen Spezialistinnen und Spezialisten eine Selbstverständlichkeit. Allerdings: «Ab einem gewissen Punkt muss das Management zu einer Entscheidung kommen, die vielleicht nicht alle gut finden. Dann wird entschieden, sonst kommt man zu keinem Ergebnis.» Wichtig sei einfach, allen verständlich die Gründe für eine Entscheidung zu kommunizieren, und zwar ohne unnötige Verzögerung.

Gelebte Transparenz
Martin Bachofner hält nichts von geschönten Botschaften, weder in der Personalführung noch in der Kommunikation nach aussen. «Alles andere fällt sonst irgendwann auf einen zurück.» Ob er sich mit dem weitgehend transparenten Kommunikationsstil nicht ab und an unnötig in die Nesseln gesetzt habe, wollte eine Teilnehmerin wissen. Bachofner klar: «Ja, wiederholt. Aber die Alternativen wären nicht besser, wenn man es langfristig betrachtet. Transparente Kommunikation ist alternativlos.»
Ob ihm schwierige Situationen auch schon mal den Schlaf geraubt hätten? Bachofner: «Nur sehr selten. Ich schaue, dass ich tagsüber Unterstützung auch von aussen bekomme, damit es nicht so weit kommt.»
Networking-Apéro mit persönlichem Austausch
Anschliessend an die Fragerunde luden die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi und «Business Class Ost» zum Networking-Apéro ein. Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit zum regen Austausch auch untereinander, und erst nach zwei Stunden verliessen die letzten Gäste den Campus in Trogen. Für einige ist jetzt schon klar: Für den nächsten CEO-Talk werden sie sich wieder anmelden.
Martin Bachofner
Martin Bachofner ist seit Juni 2020 CEO der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi in Trogen. Zuvor war er von 2017 bis 2020 CEO der Tourismusorganisation Bern Welcome, einer Holdinggesellschaft, die die Bereiche Tourismus, Meetings und Events umfasst. In dieser Funktion war er für die Neuausrichtung und Repositionierung des Bern-Tourismus sowie für den Ausbau des Eventbereichs verantwortlich. Vor seiner Tätigkeit bei Bern Welcome leitete Bachofner von 2011 bis 2017 die Gstaad Saanenland Tourismus AG. Zusätzlich war er ab 2012 Präsident des Marketingkomitees von BE! Tourismus und übernahm 2014 die Präsidentschaft des Verbands der Schweizer Tourismusmanager. Bachofner absolvierte eine kaufmännische Lehre, holte die Matura nach und studierte Rechts- und Wirtschaftswissenschaften.
www.pestalozzi.ch
Der CEO-Talk
Einige Male pro Jahr treffen sich die Newsletter-Abonnentinnen und -Abonnenten und Member von «Business Class Ost» zum Austausch mit einem Inputreferat auf CEO-Stufe vor Ort des Unternehmens. Die nächste Veranstaltung findet im Herbst statt.


* Um mehr als 302 Prozent sind Konkursanmeldungen der Thurgauer Firmen im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres angestiegen. * 47 waren es 2025, 142 sind es im laufenden Jahr. * Der massive Pleite-Anstieg habe unter anderem mit einem neuen Gesetz zu tun, wie der Thurgauer Konkursamtsleiter, Roger Wiesendanger, erklärt.

* Das Wittenbacher Softwareunternehmen hat seinen Umsatz im vergangenen Jahr um 11,3 Prozent gesteigert. * Damit setzt Abacus seine Entwicklung der letzten Jahre fort und festigt seine Position als einer der führenden Anbieter von Business- und ERP-Software für KMU und öffentliche Verwaltungen in der Schweiz. * Ein wesentlicher Faktor für das Wachstum bleibt das Partnernetzwerk. Abacus arbeitet eng mit Vertriebspartnern zusammen, die die Software implementieren und betreuen.

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