* Andreas Göldi, Partner von b2venture, ist eine der führenden Persönlichkeiten der Schweizer Start-up-Szene. * Im Interview mit «Business Class Ost» spricht er über die Bedeutung des START Summit für die Ostschweizer Startup-Szene und die Ostschweizer Wirtschaft und die Tragweite des Kongresses. * Für Andreas Göldi hilft der Event zusammen mit anderen Anstrengungen vieler Partner, die Bedeutung des Wirtschaftsstandorts zu steigern.

Welche Bedeutung hat der START Summit für die Ostschweiz?
Andreas Göldi: Er ist für die Ostschweizer Startup-Szene und die hiesige Wirtschaft vor allem ein Hebel für Sichtbarkeit und Vernetzung. Für ein paar Tage wird St.Gallen zu einem internationalen Treffpunkt für Gründer und Investoren – diese Dichte gibt es sonst fast nirgendwo in Europa.
Aber was bringt das der Region konkret?
Der wichtigste Effekt ist der Zugang zu Kapital und Netzwerken. Startups können hier Investoren treffen, ohne nach London oder ins Silicon Valley reisen zu müssen.
Und welche Rolle spielt das internationale Kapital, das sich hier versammelt?
Eine zentrale. Der Summit bringt internationale Investoren physisch in die Ostschweiz, inklusive einige der wichtigsten Venture-Capital-Firmen der Welt wie Sequoia, die unter anderem Google, Apple und NVIDIA finanziert haben. Das senkt die Eintrittshürden für Ostschweizer Startups massiv und erhöht die Chancen auf Finanzierung.
Welche langfristigen Effekte sehen Sie aufgrund des jährlich stattfindenden Anlasses mit 7000 Teilnehmenden?
Langfristig geht es um Mindset und Talent. Es ist ein Unterschied, ob man Startups im Hörsaal behandelt oder direkt mit Gründern und Investoren spricht. Studierende, etwa der HSG, sehen so noch besser, welche Perspektiven ihnen das Unternehmertum bietet, und damit bleiben vielleicht die richtigen Talente eher hier in der Region. Auch ich bin ja ein HSG-Absolvent … Zudem verändert der Summit auch zumindest ein wenig die wirtschaftliche «Kultur» in der Region, denn er stärkt auch allgemein unternehmerisches Denken. Mit anderen Worten: Mehr Risikobereitschaft, mehr Offenheit für Gründungen – das sind Entwicklungen, die man nicht sofort sieht, die aber entscheidend sind und auch die Ostschweizer Wirtschaft beleben können. Der Summit macht Unternehmertum für Studierende greifbar und ist mehr als ein Event für die europäische Startup-Welt, bei der St.Gallen einfach den Kaffee serviert. Der Summit erfüllt die Funktion eines temporären Hubs. Die extreme Verdichtung an relevanten Leuten hier auf dem Olma-Messegelände ist das eigentlich Wertvolle. Der Event allein macht aber noch kein Ökosystem. Der Summit ist ein Impulsgeber – die eigentliche Arbeit passiert zwischen den Events.
Wie schnell entwickeln sich die Kontakte zwischen Startup-Vertreterinnen und -vertretern sowie den Investitionswilligen, die hier in St.Gallen zusammenkommen? Kommt es schnell zu Deals, à la «Höhle der Löwen Schweiz», wo Ihre Frau Bettina Hein als Löwin mitwirkt?
Investitionen werden natürlich nicht direkt vertraglich abgemacht, das braucht seine Zeit. Beziehungen, die hier am START Summit entstehen, führen nicht selten erst Jahre später zu Investments oder Gründungen. Was sich hier vor Ort bildet, sind Netzwerke, Vertrauen und zumindest konkrete Deal-Ansätze. Zur Fernsehsendung kann ich mich nicht äussern, da ich da nicht beteiligt bin.
Welche Rolle spielt die Wiederholung des Summits über die Jahre?
Kontinuität ist entscheidend. Der Wert entsteht nicht einmalig, sondern durch die jährliche Wiederholung. So entsteht Vertrauen in der Startup-Szene auf beiden Seiten, und so wachsen langfristige Beziehungen.
Hilft der START Summit auch, die Ostschweiz als Startup-Standort zu positionieren?
In der Tat. Es geht um Wahrnehmung. Die Region steckt voller Talent und Substanz – und das nicht nur an den Hochschulen –, aber das wird international unterschätzt. Diese Veranstaltung hilft dabei, die Stärken sichtbar zu machen und damit ihre Wirksamkeit zu stärken. St.Gallen ist Teil der alpinen Innovationsachse von Lausanne über Zürich bis nach München und Stuttgart. Das ist heute die stärkste Innovationsregion in Europa, und wir können uns in diesem Kontext ideal positionieren – dank der Universität primär auch als Experten für Kommerzialisierung von Technologie. Das reflektiert sich dieses Jahr auch in der grossen «Alpine Area» in der Olma-Halle, wo alle diese Regionen gemeinsam auftreten.
Sie nehmen an unzähligen Startup-Messen teil. Was unterscheidet den START Summit von anderen Startup-Events?
Das Besondere ist die Kombination aus studentischer Organisation und die Nähe zur Universität, die nur einen Steinwurf entfernt ist. Überraschend für mich ist auch die Qualität der Teilnehmenden. Diese Gemengelage schafft eine besondere Dynamik.
Was ist aus Ihrer Investorensicht der wichtigste Nutzen des Start Summit?
Es ist die Effizienz. Man kann in sehr kurzer Zeit extrem viele spannende Teams treffen und schnell einschätzen, wo sich ein vertiefter Austausch lohnt. Es hilft auch, zu sehen, welche Trends hier vorherrschen.
Was müsste passieren, damit die Wirkung der Veranstaltung für die Ostschweiz noch grösser wird?
START strebt an, auch während des Jahres stark präsent zu sein in anderen Ökosystemen. Es werden immer wieder kleinere Events durchgeführt, zum Beispiel an anderen Unis. Eine zentrale Rolle spielt auch das START Network, das inzwischen 21 internationale Ableger pflegt, von München, London und Paris bis nach Sao Paolo. All diese lokalen «Chapters» tragen die Idee von START in die Welt hinaus, und allen ist das «Mutterschiff» in St.Gallen bekannt. START organisiert auch mit der START Fellowship ein internationales Programm, mit dem junge unternehmerische Talente aus Lateinamerika und Afrika hier in St.Gallen in Unternehmertum ausgebildet werden. Die Ausstrahlung ist beträchtlich. In der Unternehmerszene von Buenos Aires oder Mexico City weiss man inzwischen genau, wo St.Gallen liegt und was die Stärken der Region sind.
Damit sind wir bei den Rahmenbedingungen. Welche Rolle spielen Politik und Behörden dabei?
Eine wichtige. In St.Gallen sind die Behörden vergleichsweise pragmatisch und proaktiv unterwegs; es gibt zum Beispiel einen neuen digitalen Gründungsservice. Das erleichtert Gründungen und schafft bessere Rahmenbedingungen. Dazu kommt das neue «Inno-Netzwerk St.Gallen» des Kantons St.Gallen. Auch steuerliche Aspekte sind im Kanton St.Gallen ein Dauerthema.
Wichtig ist also das Zusammenspiel all dieser Faktoren. Warum ist das so entscheidend?
Weil erfolgreiche Startup-Ökosysteme eben immer Systeme sind. Wenn Kapital, Talent, Ausbildung und Netzwerke sowie weitere Fördermassnahmen zusammenkommen, entsteht Dynamik – und genau das sieht man in St. Gallen, gerade an diesen beiden Tagen.
Über Andreas Göldi
Der St.Galler Andreas Göldi ist eine der führenden Persönlichkeiten der Schweizer Start-up-Szene. Als Serial Entrepreneur und Investor verbindet er praktische Startup-Erfahrung mit dem scharfen Blick für skalierbare Geschäftsmodelle. Nach seinen ersten Schritten als Unternehmer – unter anderem als Mitgründer und CEO des damaligen Web-Unternehmens Namics AG verbrachte er zwölf Jahre in den USA und baute dort zwei weitere Startups auf. Heute ist er Partner bei der Risikokapitalgesellschaft b2venture (die früher btov Partners hiess) in Zürich und St.Gallen, bei der er vor allem in technologieorientierte Startups in Europa investiert. Sein Fokus liegt auf Teams mit internationalen Ambitionen und nachhaltigem Wachstumspotenzial.
Über den START Summit
Im März kommen heute jeweils um die 7000 Gründerinnen und Gründer, Investorinnen und Investoren, Unternehmerinnen und Unternehmer, Forschende und politische Entscheidungspersonen aus mehr als 30 Ländern nach St.Gallen aufs Olma-Messegelände. Das Leitthema 2026, «Embrace New Horizons», hat den Blick über kurzfristige Trends hinaus gerichtet. Im Zentrum stehen dieses Jahr Deep-Tech-Innovationen, nachhaltige Geschäftsmodelle und neue Investitionsdynamiken. Die Frage lautete: Wie kann wissenschaftliche Exzellenz in marktfähige Unternehmen übersetzt werden – und welche Bedingungen helfen Startups, schnell und erfolgreich zu skalieren?
Ein besonderer Schwerpunkt liegt beim START Summit auf der Alpenregion als vernetztem Innovationsraum. Von Genf über Zürich bis München verknüpfen sich Forschung, Industrie und Kapital, wobei St. Gallen eine tragende Rolle als Knotenpunkt zukommt. Die Startup-Region St.Gallen tritt am START Summit mit allen führenden Institutionen aus dem Startup-Ökosystem auf. Zu den Partnern zählen die Universität St.Gallen (HSG), die OST – Ostschweizer Fachhochschule, der HSG START Accelerator, der Switzerland Innovationpark Ost, die Empa, die Stadt St.Gallen und b2venture, bei der Andreas Göldi Partner ist.
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