* Am Rhema-Gwerblertag trat unter anderem Bundesrätin Karin Keller-Sutter auf, die zu den aktuellen Problemen Stellung nahm. * Viele weitere Referentinnen und Referenten aus der Unternehmenswelt teilten ihre Erfolgsrezepte zur Resilienz. * Das Leitthema war «Handeln statt abwarten – Führung zwischen Risiko und Vertrauen».

«Hier geht es heute nicht um Schlagworte. Hier geht es ums Anpacken», umschrieb Tagungseiter Ralph Dietsche in seinen Eröffnungsworten das Motto des 29. Rhema-Gwerblertags, «Handeln statt abwarten – Führung zwischen Risiko und Vertrauen». Führung brauche Mut, man müsse Risiken eingehen und brauche starke Nerven.
Adrian Knechtle, Direktor der Clientis Biene Bank im Rheintal, zollte im Kurzinterview mit Tagungsmoderator Tobias Müller seinen Respekt vor den Unternehmen im Rheintal. Sie müssten mit immer mehr Unsicherheiten klarkommen. Er sehe, dass sie agierten, statt nur zu reagieren. Für ihn war es der letzte offizielle Eröffnungs-Auftritt, da er seine vorherige Position als Leiter Firmenkunden unterdessen an Piratheesh Kamalanathan weitergeben konnte. Kamalanathan kam gegen Schluss der Veranstaltung noch kurz auf die Bühne, um den Gewinner der Verlosung eines Bürostuhls und -tisches bekanntzugeben.
Dritter auf der Bühne war Christof Schwarber, Generalagent der Generalagentur Rheintal der Helvetia Versicherungen, neu Helvetia Baloise. Schwarber riet den Entscheiderinnen und Entscheidern, schwierige Situationen nicht einfach auszusitzen oder inkonsequent zu entscheiden und zu handeln. Unternehmen seien dann stark, wenn sie klar strukturiert seien, kurte Entscheidungswege pflegten, aus Fehlern schnell lernten, schrittweise Neues ausprobierten und sich gelegentlich auch hinterfragten. Die Zeit sei allerdings nicht günstig für riskante, grosse Projekte mit den entsprechend grossen Risiken. Adrian Knechtle ergänzte, man solle der Kundschaft Sorge tragen und eine gewisse Lockerheit an den Tag legen – «und die Menschen nicht vergessen».
Eine schlagfertige Bundesrätin Karin Keller-Sutter
Anschliessend interviewte SRG-Mann Müller die geborene Niederuzwilerin Karin Keller-Sutter. Sie verstand es, sich nahbar zu präsentieren, als sie von ihrem katholisch-konservativen Elternhaus berichtete: «Mein CVP-orientierter Vater akzeptierte meine Abgrenzung vom Elternhaus durch meinen Beitritt in die FDP und war froh, dass ich keine Linke wurde». Sie wies auch darauf hin, dass sie quasi in einem Restaurant aufgewachsen sei.. Ihre Klage gegen die ehrverletzenden Social-Posts begründete sie damit, dass man für seine Werte einstehen müsse, auch wenn man sich unbeliebt mache, und man solle sich Respektlosigkeiten nicht gefallen lassen. Sie beklagte auch die zunehmende Unanständigkeit in Politik und Gesellschaft.
Klare Worte fand sie auch zur Diskussion mit der UBS zum Thema Eigenkapitalquote. Eine Bank, deren Umsatz dem Doppelten des Bruttoinlandprodukts der Schweiz entspreche, sei im Konkursfall eine grosse Gefahr für die Steuerzahlenden, weshalb die Forderung des Bundesrats nicht übertrieben sei. Aber am Ende müsse das Parlament entscheiden. Am Ende des Interviews bedankte sie sich bei den Anwesenden für die vielen Steuerfranken, die die Rheintaler Unternehmen dem Bund ablieferten. Die Frage, ob ihr die bissigen Kommentare in den Medien zu schaffen machten, konterte sie mit dem Einwand, oft stimme das dort kolportierte, politisch motivierte Urteil nicht mit der effektiven öffentlichen Meinung überein. Das sehe sie an den unzähligen aufmunternden Botschaften aus der Bevölkerung.
Für Unternehmerpersönlichkeiten steht der Mensch im Zentrum
Die nächsten Gäste von Tobias Müller auf der Bühne waren Sandra Freund und Roger Büchel. Die Rheintalerin rettete die Süsswaren-Marke Lolipop und führt Unternehmen wie SF Retail und Miniso Schweiz. Klar, der Business-Plan von Unternehmen müsse stimmen, aber sie höre dann auch auf ihr Bauchgefühl. Roger Büchel, ehemaliger Chef des Kongresshauses Zürich und heutiger Mehrheitseigner einer kleinen Bergbahn bei Leukerbad, berichtete, er sei eher aus Zufall zu seinem Engagement gekommen, es sei ein Bauchgefühl gewesen. Erst danach habe er die Zahlen geprüft. Das Erfolgsrezept der Gemmi-Bahnen sei die Naturverbundenheit: nicht zu viel Installationen und Infrastruktur, dafür mehr Bartgeier und Steinböcke. Für ihn stehen die Mitarbeitenden an erster Stelle. Würden sie für ihre Aufgabe brennen, übertrage sich das dann auch auf die Kundinnen und Kunden. Sandra Freund sieht das Erfolgsrezept darin, Mitarbeitenden Verantwortung zu übergeben und ein gutes Vorbild zu sein.
Danach stand Serdar Günal Rütsche beim «Einstein»-Moderator auf der Bühne und berichtete von der wachsenden Gefahr durch Ransomware und Phishing: Dank KI kämen die trojanischen Botschaften so professionell und personifiziert daher, dass man immer mehr Gefahr laufe, mit einem Klick in grosse Schwierigkeiten zu geraten. Das Problem könne man auch nicht auf die IT abwälzen, sondern müsse als Mensch vorsichtig sein. Nach einem konkreten Rezept für Unternehmen gefragt, riet Günal Rütsche dazu, sich einen Notfallplan zurechtzulegen und vorbeugend eine ehrliche Risikoanalyse zu erstellen.
Den Abschluss machte Tobias Gerfin, CEO von Kuhn Rikon. Er riet dazu, sich in herausfordernden Zeiten darauf zu konzentrieren, was man beeinflussen könne und nicht an den vielen Nachrichten aus aller Welt zu verzweifeln – nicht wegschauen und vorbereitet sein. Und auch wenn das Nicht-Entscheiden am Ende oft die schlechteste Entscheidung sei, könne manchmal auch Gelassenheit und Abwarten eine gute Strategie sein. Sein Fazit war eine Spiegelung des Tagungsmottos des Gwerblertags: «Unternehmer sind dafür da, etwas zu unternehmen!»

* 450 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung haben sich am Thurgauer Technologietag zum grossen Wissenstransfer getroffen. * Die Referentinnen und Referenten gaben der Thurgauer Wirtschaft wertvolle Impulse zum Thema «Erfolg durch Innovation – Ideen für einen wettbewerbsfähigen Industriestandort Thurgau». * Es ist der grösste Wirtschaftsanlass im Kanton.

* Mit einer Kampagne mit dem Claim «Ganz ehrlich» gestaltete Rembrand ein 360-Grad-Markenrefresh für die Marke Ramseier. * Nebst der Natürlichkeit rücken Ehrlichkeit und die Schweizer Wurzeln der Marke in den Fokus der Kommunikation. * Für die Agentur in St.Gallen ist es ein bedeutender Neukundengewinn.

* Der St.Galler Stadtrat hat entschieden, die Führung des Sportcenters im Gründenmoos neu zu vergeben. * Der bestehende Pachtvertrag mit der Sportfeld Gründenmoos AG endet per 31. März 2027. * Bis dahin ist der Weiterbetrieb gesichert.