* Rohstoffe sind im Portfoliomanagement, das heisst in den Vermögensverwaltungen vieler Banken, entweder überhaupt nicht vorhanden oder werden stiefmütterlich behandelt. * Historisch wurde oft argumentiert, dass man mit Rohstoff-Anlageklassen wie Erdöl über lange Zeit kaum nachhaltig Wert aufbauen konnte. * Dieses Denken ist heute überholt.


Die vielgehörte Aussage, mit Rohstoffen könne man langfristig praktisch keinen Wert aufbauen, ist nicht weitsichtig genug gedacht: Rohstoffe sollten in global ausgerichteten Portfolios längst keine Randnotiz mehr sein, sondern eine notwendige Asset-Klasse. Gerade in einer Welt, die multipolarer, fragmentierter und volatiler wird, gewinnen reale Assets strategisch an Bedeutung. Dies erleben wir gerade hautnah durch den USA-Iran-Konflikt und die derzeit geschlossene Handelsroute durch die Strasse von Hormus. Während Erdöl hinsichtlich Lieferketten noch halbwegs flexibel ist, wäre das beispielsweise bei der Gasversorgung eine viel gravierendere Situation. Öltanker können (wenn auch teurer) andere Routen nehmen, die Verlegung von Gasleitungen hingegen benötigt Jahre wenn nicht Jahrzehnte.
Hinzu kommt: In einer multipolaren Weltordnung entkoppeln sich Handelsströme, Währungen und wirtschaftliche Entwicklungen zunehmend voneinander. Das war zuletzt auch beim US-Dollar gut zu beobachten – ebenso wie bei der konjunkturellen Stärke der USA.
Grosse Teile der Investmentbranche haben sich in den vergangenen Monaten gegen den US-Dollar und gegen Corporate Amerika positioniert. Aus heutiger Performance-Sicht war das verheerend.
Wir haben uns bewusst gegen diesen Konsens gestellt und sehen uns durch unsere aktuelle Positionierung und überdurchschnittliche Ertragsentwicklung bestätigt.
Stärke des Schweizer Frankens mit globalen Chancen kombinieren
Im Portfoliomanagement verbinden wir eine hohe Franken-Quote als Stabilitätsanker mit gezielten globalen Renditetreibern. So sind derzeit 83,5 Prozent unserer internationalen Asset-Klassen wie zum Beispiel Aktien USA währungsgesichert. Diese Absicherung ist nicht gratis – unsere Währungsabsicherungskosten liegen bei 1 bis 1,5 Prozent pro Jahr, die zunächst zu Lasten der Performance gehen. Aber es lohnt sich; die Portfolios profitieren seit Jahren von den deutlichen Überrenditen der internationalen Anlageklassen, und durch die hohe Währungsabsicherung leiden sie nicht am Währungsrückgang des US-Dollar, des Britischen Pfunds oder dem Euro gegenüber dem Schweizer Franken. Aktuell sind 66 Prozent unserer Anlagen in der Vermögensverwaltung global diversifiziert investiert, 34 Prozent halten wir am Schweizer Markt. Somit nutzen wir den Schweizer Franken als Schutzanker – und erschliessen gleichzeitig Renditechancen über globale Märkte.
Wer heute Portfolios steuert, muss weniger in alten Denkschulen und mehr in geopolitischen, realwirtschaftlichen und marktstrukturellen und somit modernen Zusammenhängen denken.
Walter Ernst, Niederlassungsleiter und Regionaldirektor Schweiz, Hypo Vorarlberg Bank AG in St.Gallen

* Thomas Kirchhofer verlässt St.Gallen-Bodensee-Tourismus nach neun Jahren und hinterlässt ein Plus von 32 Prozent bei den Logiernächten. * Er kritisiert fehlende Angebote an Sonntagen sowie starre Strukturen, die eine gemeinsame Vermarktung der Ostschweiz behindern. * Wegen anstehender Budgetkürzungen plädiert er für flächendeckende Gästetaxen oder neue Partnerschaften mit der Stadt.

* Jérôme Müggler, Direktor der IHK Thurgau, zeigt auf, dass der Kanton trotz starker Wirtschaftssubstanz national stark an Ressourcenkraft verliert. * Er kritisiert die Passivität der Politik sowie eine zu schwache Standortförderung und fordert ein aktives Gestalten statt reines Verwalten. * Zur Kurskorrektur verlangt er einen mutigen Turnaround-Plan mit klarer Roadmap unter Einbezug von Wirtschaft und Zivilgesellschaft.

* Die St.Galler Spisergasse kämpft wegen verlagerten Passantenströmen und veränderten Einkaufsgewohnheiten mit zunehmenden Leerständen. * Gewerbetreibende sorgen sich um den schleichenden Verlust von Fachgeschäften und die Identität der Altstadtgasse. * Während weggezogene Läden an besetzten Standorten aufblühen, suchen verbleibende Kultlokale wie der «Bierfalken» händeringend Nachfolger.