* Gestern fand die Grundsteinlegung für den repräsentativen neuen Hauptsitz der Alpha Rheintal Bank in Berneck statt. * Zum Projekt gehören auch rund 25 Mietwohnungen. * Die zwei Hauptverantwortlichen zeigen im Interview-Teil die Hintergründe auf.
Das historische Sandstein-Haus, das in den 60er-Jahren erweitert wurde und die Geschäftsstelle der Alpha Rheintal Bank an der Auerstrasse in Berneck enthält, wird einer umfangreichen Überbauung weichen. Es entspricht räumlich und technisch nicht mehr den heutigen Anforderungen an Funktionalität, Behindertengerechtigkeit und Energieverbrauch. Das Gelände an der Kreuzung zwischen der Auerstrasse und der Neugass umfasst insgesamt fast 7300 Quadratmeter; der grösste Teil besteht derzeit aus einer freien Parkfläche auf dem Gelände der Alpha Rheintal Bank AG. Die Eduard Gallusser AG ist mit 1700 Quadratmeter Partnerin der Überbauung. Eine kleine dazugehörige Parzelle, knapp 1000 Quadratmeter, hat die Familie Bürki-Gabriel an die Bank verkauft. Eine geringe Fläche von knapp 600 Quadratmetern am Strassenrand gehört der Politischen Gemeinde Berneck.
Ein Drittel des Geländes ist für den neuen Hauptsitz vorgesehen. Geplant ist ein dreigeschossiger Bau mit einem hohen Dachgeschoss mit mehreren Giebeln inklusive eines Saals für 170 Personen. Im Inneren gibt es genügend Platz für mehr als 60 Mitarbeitende und die Kundenräumlichkeiten. Die Fassade besteht praktisch komplett aus Glas, das nach aussen um eine feingliedrige Metallstruktur erweitert wird. Zwei Drittel des Grundstücks sind für rund 25 Mietwohnungen unterschiedlicher Grösse und gutem Ausbaustandard vorgesehen; es gibt bereits eine Warteliste an Interessentinnen. Entstehen soll auch ein zentraler Begegnungsplatz mit vielen Bäumen auf insgesamt 1200 Quadratmetern. Die Tiefgarage wird die vorgeschriebenen rund 120 Einstellplätze beherbergen.
Das Projekt konnte in Rekordzeit realisiert werden
Die ersten konkreten Pläne entstanden etwa 2021, und bereits ein Jahr später konnte das Projekt eingereicht werden. Trotz der geforderten verdichteten Bauweise gemäss dem Sondernutzungsplan mit seinen erhöhten Ansprüchen gab es nicht eine Einsprache gegen das Projekt – vergleichbare Überbauungen dauern einige Jahre länger. Die Verantwortlichen der Alpha Rheintal Bank sind entsprechend dankbar, dass die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten so reibungslos ablief, wie der Projektverantwortliche Andreas Reis, Leiter Services und Mitglied der Geschäftsleitung, gegenüber dieser Zeitung betont.
Ab Mai wird der Bankbetrieb in ein Provisorium im ehemaligen Gasthaus Brauerei an der Neugass 20 verlegt; alle Dienstleistungen mit Ausnahme des Bargeld-Bezugs sind dabei verfügbar. Die Bagger werden nach den Sommerferien und dem Abschluss der Planungen ihre Arbeiten beginnen; der Betrieb am neuen Ort startet dann 2029.
Andreas Reis, Projektverantwortlicher, und Reto Monsch, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Alpha Rheintal Bank, zur Motivation zum Neubau und den finanziellen Auswirkungen.

Warum haben Sie entschieden, ganz neu zu bauen, und auch das alte Gebäude in Berneck abzureissen?
Reto Monsch (RM): Die Bank ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen und stiess räumlich an ihre Grenzen, sowohl auch an der Niederlassung in Heerbrugg als auch in Berneck. Die ganze Infrastruktur wird den neuen Anforderungen nicht mehr gerecht.
Was kostet das ganze Projekt?
RM: Das lässt sich noch nicht genau beziffern, aber von der Grössenordnung her dürften es etwa 40 Millionen Franken sein. Im Gegenzug sparen wir die Mietkosten in Heerbrugg und einen Teil der Energiekosten in Berneck; dazu kommen die Mieteinnahmen aus den Wohnungen.
Der Standort in Heerbrugg wird also aufgegeben?
Andreas Reis (AR): Genau. Die dortigen Mitarbeitenden werden alle in Berneck unterkommen.
Der offizielle Hauptsitz der Alpha Rheintal Bank ist Heerbrugg, aber Sie sprechen vom Hauptsitz in Berneck. Werden Sie den Firmensitz nach Berneck verlagern?
RM: Genau. Hier in Berneck haben wir die nötigen Landreserven für unsere Ansprüche, während das in Heerbrugg im Geschäftshaus Zentral leider nicht möglich war.
AR: Kommt dazu, dass wesentliche Teile der Wurzeln unseres Bankhauses in Berneck liegen und dort früher auch der Hauptsitz einer der Gründerbanken der Alpha Rheintal Bank AG war.
Au wird als Politische Gemeinde ihre Steuerzahlungen in Heerbrugg vermissen, Berneck darf sich freuen. Um wieviel Geld geht es?
RM: Es sind, je nach Jahr, zwischen 600’000 Franken und 1 Million Franken, die durch den Kanton an die Standortgemeinden verteilt werden. Die Aufteilung auf die Standortgemeinden erfolgt anhand Produktionsfaktoren. Je wesentlicher die einzelne Geschäftsstelle ist, desto höher entfällt der Anteil der Steuergutschrift an die betroffene Gemeinde.
Wieviel versteuert die Bank insgesamt?
RM: Ganz grob: rund 2 Millionen Franken.
Eine Mit-Grundbesitzerin ist die Familie Gallusser. Was passiert, wenn sich die Wege trennen würden?
AR: Die Überbauung weist an der Parzellengrenze eine «Sollbruchstelle» auf – so könnte die Entwicklung der dortigen Wohnungen und die ganze dortige Infrastruktur auch selbstständig vollzogen werden.
Mussten Sie Ihre Brandschutzkonzepte im Nachgang der Tragödie von Crans-Montana überarbeiten?
AR: Nein, denn sie sind auf dem neusten Stand der Dinge. Das Problem im Wallis waren ja auch nicht die eigentlichen Vorschriften, sondern deren Durchsetzung.

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* An der 15. ordentlichen GV der Acrevis Bank stimmten die 2719 Aktionärinnen und Aktionäre in der Olma-Halle 9 allen Anträgen zu. * Genehmigt wurde so auch die Fusion mit der Regiobank Männedorf. * Verwaltungsratspräsident Stephan Weigelt übergab sein Amt an Patrick Vogler.