* Die Plattform Unternehmerin Rheintal lanciert ein Impulsprojekt Frauen in Räte. * Im Interview berichtet Andrea Cristuzzi von Cristuzzi Immobilien Architektur Widnau über ihre Erfahrungen in Räten. * Sie sieht ihr VR-Engagement als eine grosse Bereicherung neben ihrer unternehmerischen Tätigkeit.

Wie sind Sie zu Ihrem Engagement als Verwaltungsrätin der Clientis Biene Bank im Rheintal gekommen?
Im Zuge einer Nachfolgelösung im Verwaltungsrat wurden gezielt Personen gesucht, die mit ihrer Fachkompetenz bestimmte Themenbereiche abdecken können. Dabei war insbesondere Know-how im Bereich Immobilien gefragt. Zudem wurde nach dem Austritt von Heidi Manser wieder eine weibliche Vertreterin gewünscht. Diese beiden Aspekte haben wohl den Ausschlag für die Anfrage an mich gegeben.
Welche Erfahrungen haben Sie bisher gemacht?
Ausschliesslich positive. Ich wurde von Anfang an sehr herzlich aufgenommen und kann mein Fachwissen aus der Immobilienbewertung und -bewirtschaftung bei jeder Sitzung einbringen. Gleichzeitig erhalte ich wertvolle Einblicke ins Banking und lerne viel dazu. Für mich ist dieses Mandat eine grosse Bereicherung neben meiner eigenen unternehmerischen Tätigkeit. Inspirierend und ein echtes Privileg, in dieser Form strategisch wirken zu dürfen.
Was müsste sich Ihrer Meinung nach verändern, damit sich mehr Frauen für ein Amt entscheiden?
Oft braucht es keine grossen Veränderungen, sondern kleine Anpassungen. Ich habe zum Beispiel angeregt, die Sitzungen von Mittwoch auf Donnerstag zu verschieben, da ich mittwochnachmittags unsere beiden Kinder selbst betreuen möchte. Das wurde sofort und unkompliziert umgesetzt, die Kollegen waren sehr flexibel. Solche einfachen Lösungen sind für berufstätige Mütter enorm wichtig. Zudem habe ich durch meine Selbstständigkeit den Vorteil, meine Arbeitszeit frei einteilen zu können.
Was raten Sie anderen Frauen, die eine Kandidatur in Erwägung ziehen?
Sie sollen nicht darauf warten, bis der perfekte Zeitpunkt kommt, den gibt es ohnehin nicht, weder für Frauen noch für Männer. Wir alle sind beruflich stark eingespannt. Ein Amt bringt zusätzliche Aufgaben, aber auch die Chance, Verantwortung zu übernehmen und neue Erfahrungen zu sammeln. Deshalb mein Rat: einfach zusagen, wenn sich eine gute Gelegenheit bietet.
Gab es etwas, das Sie im Vorfeld unterschätzt haben?
Ja, den zeitlichen Aufwand. Die Vorbereitung auf Sitzungen ist zum Teil intensiv, und es gibt auch viele repräsentative Anlässe. Man sollte sich dessen bewusst sein, Freude daran haben und bereit sein, auch abends oder am Wochenende Zeit zu investieren.
Welche Kompetenzen oder Eigenschaften helfen Ihnen bei Ihrer Tätigkeit besonders?
Mein Fachwissen und meine praktische Erfahrung im Immobilienbereich sind sehr wertvoll. Ebenso meine Arbeit als Geschäftsführerin unserer Firmen: Themen wie Organisation, Unternehmenskultur oder Personalführung ähneln sich in vielen Branchen – auch im Bankwesen. Dazu kommt meine Perspektive als Kundin, sowohl privat wie auch geschäftlich. Diese Sichtweise bringe ich ebenfalls aktiv ein, und davon profitiert letztlich auch die Bank.
Über Andrea Cristuzzi
GL-Mitglied und Mitinhaberin der Cristuzzi Gruppe in Widnau; Verwaltungsrätin der Clientis Biene Bank im Rheintal und nebenamtliche Fachrichterin am Handelsgericht des Kantons St.Gallen.

* Die Schweizer KMU blicken so pessimistisch in die Zukunft wie noch nie seit Beginn der Erhebungen vor fünf Jahren. * Das NZZ-KMU-Barometer 2026 zeigt: Geopolitik, US-Handelspolitik und Bürokratie belasten die Stimmung. * Die strategische Anpassungsfähigkeit bleibt für viele KMU eine Baustelle.

* «Neue Handelspartner sind wichtig für die Schweiz, aber die EU ist nicht ersetzbar»: Das belegten die Anteile am Waren- und Dienstleistungshandel. * Insbesondere die Ostschweiz sei durch die geografische Nähe eng mit Europa verflochten. * Ohne die Bilateralen I wäre das Schweizer BIP 2045 um 7,1 Prozent tiefer, würde die Schweiz von 2028 bis 2045 685 Milliarden Franken des BIP einbüssen und würden die Einkommensverluste 2045 bei 5200 Franken pro Kopf liegen, so die IHK.

* Die Pädagogische Hochschule St. Gallen steht vor grossen Veränderungen: Neben der Studienreform muss sie kantonale Sparmassnahmen umsetzen. * Die Regionalen Didaktischen Zentren (RDZ) Gossau und Rorschach werden in Rorschach zusammengelegt. * Das RDZ in Gossau wird aufgegeben – aber nicht der gesamte Gossauer Standort.