* Die Akademie St.Gallen lud zum 2. Networking-Anlass ein, an dem sich ca. 180 Studierende und Ehemalige sowie auch Dozierende zum Austausch trafen. * Leitthema des Referats und der Podiumsdiskussion war das Limit der menschlichen Leistungsfähigkeit und der Umgang damit. * FCSG-Captain Lukas Görtler, der Extrem-Inline-Skater Manuel Neuhold und der Unternehmensberater Philippe Dietrich, der auch an der Akademie St.Gallen unterrichtet, berichteten von ihrer jeweiligen Erfahrung beim Umgang mit menschlichen Limits – und wie man sie vermeidet oder hinausschiebt.

Wer eine Weiterbildung anpackt, kommt gelegentlich an die eigenen Grenzen. Kann der Kopf noch mehr Stoff aufnehmen, bin ich genügend motiviert, sehe ich das Ziel? Wo habe ich meine Grenzen? «The Human Limit» war das Thema der Networking-Veranstaltung der Akademie St.Gallen, an der sich rund rund 180 Studierende und Ehemalige sowie auch Dozierende zu den Beiträgen auf der Bühne und beim anschliessenden Networking-Apéro trafen. Moderiert wurde der Event von der Profi-Moderatorin und Resilienz-Trainerin Sabine Bianchi.

Eine Erkenntnis zog sich durch alle Redebeiträge auf der Akademie-Bühne: Bei guter Vorbereitung lassen sich erstaunliche Leistungen erbringen, sei es im Sportbereich oder bei der Arbeit. Oft sind es nicht äussere Grenzen, sondern die im Kopf. Akademie-Rektor Thierry Kurtzemann brachte in seinen Eingangsworten einen humoristischen Bezug zum Lernen für Prüfungen: Manchmal gingen Studierende nicht nur an ihre sportlichen und zeitlichen Limiten, sondern auch an die unteren Limits – des Notenschnitts.
Dazu gehört aber, die eigenen Grenzen, auch wenn sie ein Stück weit variabel sein mögen, zu respektieren. Und zwischendurch eine Erholungsphase einzulegen. Auch Erholung müsse irgendwo Platz finden, bestätigte Manuel Neuhold. Der Grenadier sieht klare Parallelen zu einer Weiterbildung, die er an der Akademie St.Gallen einst absolvierte: Ein guter Plan sei wichtig, aber noch wichtiger sei die Fähigkeit, ihn anzupassen, Prioritäten zu setzen, Herausforderungen früh zu erkennen und kreative, teils ungewöhnliche Lösungen zu finden. Und dabei das eigentliche Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.
Im Überlebensmodus funktionieren
Der knapp 30-jährige Neuhold, der einige Jahre Mitglied der Schweizer Speedskating-Nationalmannschaft war auch schon vollzeit als Leiter der Betreibungsämter der Gemeinden Mels und Walenstadt arbeitete, zeigte: Grenzen existieren oft zuerst im Kopf. Er muss es wissen – auf Inline-Skates jagt er einen Weltrekord nach dem anderen. Zuletzt legte er in der neuen Rekordzeit von knapp 29 Tagen die 4200 Kilometer von San Diego an der Westküste bis Jacksonville zurück über insgesamt 31’000 Höhenmeter – 17 Tage weniger als die bisherige Bestmarke. Teilweise herrschten 45 Grad im Schatten, war die Strasse mit Schlaglöchern, toten Tieren und missgelaunten Auto- und Lastwagen-Fahrern übersät, und ab und an quollen die Füsse in den unnachgiebigen Spezialschuhen so stark an, dass der Körper in eine Art Dauer-Überlebensmodus wechselte. Trotzdem bereut Neuhold aus in Rüthi (fast) nichts – derzeit ist er auf einem weiteren Rekord-Kurs in Japan unterwegs. Zum Abschluss seiner Fünf-Kontinente-Reise auf Inline-Skates geht es für ihn sogar in die Antarktis.
Regeneration ist Teil von Höchstleistung

Lukas Görtler, Captain des FC St.Gallen 1879, erzählte am Anlass von Ängsten und Selbstmotivation und auch von Methoden, um die Mannschaft mitzureissen. Er habe grossen Druck gespürt, und das nicht nur in den Minuten, als es auf ihn ankam, in der allerletzten Spielphase einen Penalty zu verwirklichen, um dem Verein den Cup-Sieg zu ermöglichen. Der Bamberger empfahl den Zuhörenden, sich rechtzeitig Hilfe zu holen, wenn man das Gefühl bekomme, zu viel Angst vor Fehlern zu haben und keine Freude mehr an der Tätigkeit habe.
Görtler bestätigte: Regeneration ist mehr als Nichtstun. Früher habe man im Fussball gesagt: Ein Tag ohne Training ist ein verlorener Tag. Heute sei das anders: Regeneration helfe mit, die Leistung steigern zu können.
Unternehmenskulturen müssen menschliche Grenzen thematisieren
Philippe Dietrich, Dozent an der Akademie und Mental Coach bei der St.Galler Dietrich Coaching GmbH, nahm den Regenerations-Tipp auf und richtete den Blick auf Unternehmen: Pausen seien keine Produktionslücke, sondern ein nötiger Teil der Produktivität. Es brauche regelmässige Stopps, um zu prüfen, ob man noch auf Kurs ist. Kaderleute seien zwar gut darin, Prozesse zu starten, aber sie verstünden zu wenig, dass es auch Pausen brauche. Managern falle es auch generell schwer, einzusehen, dass sie und andere nicht einfach endlos Energie zur Verfügung hätten. Die Unternehmenskultur müsse den Umgang mit menschlichen Limiten unbedingt thematisieren und den Menschen zugestehen können, dass es auch einmal zu viel sein könne.

Für den Begriff «Work-Life-Balance» hat Dietrich nicht viel übrig, wie er an der Podiumsdiskussion mit Manuel Neuhold, Lukas Görtler und Moderatorin Sabine Bianchi festhielt. Das sei eine Illusion. Er spreche lieber von Rhythmen. Hochleistung und an Grenzen gehen sei in Ordnung, solange zum Ausgleich auch einmal ruhige Zeiten mit frühem Feierabend drin lägen. Lukas Görtler betonte, Führungspersönlichkeiten sollten immer wieder mal Kontrolle abgeben und den Mitarbeitenden vertrauen. So komme mehr zurück als man opfere, auch wenn die Aufgaben vielleicht nicht hundertprozentig gut erledigt würden. Dietrich pflichtete dem bei: Jeder Mensch sei eine Ich-AG, und wenn man spüre, dass man etwas bewirken könne, ermutige das – und so sei man auch viel eher bereit, an die eigenen Grenzen zu gehen.

* Gleich drei von acht Ostschweizer Talenten holen an den Berufsweltmeisterschaften in Schanghai eine Medaille. * Ein St.Galler schneidet als bestes Schweizer Berufstalent ab. * Zwei der vier Goldmedaillen holen sich Cyrill Koller (SG) und Sandro Amrhein (TG).

* Bereits die zweite Hiobsbotschaft aus der Ostschweizer Autozulieferbranche innert weniger Tage: Über die Aluwag AG in Niederbüren wird der Konkurs eröffnet. * Betroffen sind über 100 Mitarbeitende. * Das Unternehmen wurde 1971 gegründet und blickt damit auf eine 55-jährige Geschichte zurück.

* Die Betriebskommission von Schloss Herdern hat beschlossen, die zum Verein gehörende Käserei per 31. Dezember zu schliessen. * Schloss Herdern ist ein nicht gewinnorientierter Verein und bietet Menschen, die aus sozialpsychiatrischen Gründen auf einen geschützten Rahmen für ihre Lebensführung angewiesen sind, Wohn-, Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten. * Der Verkauf der Produkte ist ein wichtiger Bestandteil der Finanzierung des Vereins, weshalb mit Hochdruck geeignete Partner für die Weiterführung der Produkte gesucht werden.